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Die Geschichte der Küche

Die Geschichte der Küche

Die Geschichte der Küche

Von der Feuerstelle zur Luxusküche. Gehen Sie mit uns auf eine Reise durch die Geschichte der Küche. Von ihren Anfängen als Feuerstelle, bis zur modernen Luxusküche der heutigen Zeit.

Mit dem Begriff Küche wird der Raum in einem Haus oder in einem gewerblichen Gebäude bezeichnet, in dem Speisen zubereitet und zum Teil gelagert werden. Die Abtrennung dieser Räumlichkeiten vom restlichen Wohnraum fand schon ziemlich früh statt. Die ersten Fundstellen können auf die Zeit des Neolithikums zurückgeführt werden, so dass die Entstehung der Küche mit der Entdeckung des Feuers einhergeht. Bis die Küchen jedoch so aussahen wie zur heutigen Zeit, brauchte es tausende von Jahren. Dabei ist zu beobachten, dass die Entwicklungen im Bereich der Küche mit den Entdeckungen und Entwicklungen der Gesellschaft einhergehen und diese zum Teil wiederspiegeln. Dies betraf jedoch vor allem die Küchen in den Häusern der Oberschicht und des Adels. Die Kochstellen der ärmeren Bevölkerung, vor allem auf dem Lande, veränderten sich nur sehr langsam.

Von der Feuerstelle zum separaten Raum: Küchen bis in die Antike

Erste Kochstellen, das heißt Feuerstellen, die nachweislich zur Zubereitung von Nahrung genutzt wurden, können auf die Zeit zwischen 8350 und 7370 vor der modernen Zeitrechnung datiert werden. Diese waren nicht in den Lehmhäusern der Siedlungen zu finden, sondern draußen in den Innenhöfen. Ausgestattet waren diese ersten Küchen in der Regel mit einer offenen Feuerstelle, Mahlsteinen sowie einfachen Öfen aus Lehm. Die Position der Kochstellen legt nahe, dass sie von mehreren Familien gemeinsam genutzt wurden. In dieser Zeit gab es noch keine Keramik, so dass auch noch kein geeignetes Kochgeschirr zur Verfügung stand. Trotzdem gab es schon verschiedene Arten, auf die die Nahrung zubereitet werden konnte. Speisen konnten im Feuer geröstet, in der Asche gebacken oder auch mit Hilfe von heißen Steinen erwärmt werden. Diese einfachen Küchenstellen wurden sowohl bei Ausgrabungen in Jericho als auch in Catalhöyük, Anatolien, gefunden. Fundstellen in Mesopotamien zeigen ebenfalls Anlagen für offene Feuerstellen und mit Lehmziegeln erhöhte Herde. Zudem sind hier die Anfänge von Öfen aus Ton zu finden. Eine Schrift der Akkader, die auf etwa 1750 vor Christus datiert werden kann, beschreibt die Ausstattung einer solchen Küche.

Küchen, die in einem separaten Raum in einem Haus untergebracht waren, finden sich das erste Mal in den Häusern von wohlhabenden Griechen zwischen dem 8. und 2. Jahrhundert vor Christus. In der Regel wurden sie neben einem Bad eingerichtet, so dass beide Räume durch das Feuer in der Küche erwärmt werden können. In diesen Anlagen gab es teilweise sogar schon einen kleinen Raum hinter der Küche, in dem Küchenutensilien und Nahrungsmittel aufbewahrt werden konnten. Die ärmere Bevölkerung bereitete die Nahrung weiterhin im Innenhof zu. Im Römischen Reich bis zum achten nachchristlichen Jahrhundert waren Küchen ebenfalls nur in den Villen zu finden. Sie waren vom Rest des Hauses getrennt, um sich vor der Rauchentwicklung zu schützen. Außerdem arbeiteten lediglich Sklaven in den Küchen. Die Feuerstelle war in diesen Küchen auf dem Boden an einer Wand angelegt. In einigen Fällen waren sie sogar ein wenig erhöht, so dass man sich zum Kochen vor die Feuerstelle knien konnte. Die einfache Stadtbevölkerung hatte in der Regel keine Küchen. Die Brote wurden in den Städten durch zentrale Bäckereien gebacken. Zum Kochen gab es in den Stadtanlagen ebenfalls öffentliche Küchen.

Die Schwarzküche im Mittelalter

In Europa herrschte im Mittelalter die Form des Langhauses vor. In diesen gab es keinen abgetrennten Küchenbereich, sondern nur eine offene Feuerstelle, die sich unter dem höchsten Punkt des Gebäudes befand. Ein Loch im Dach sorgte dafür, dass der Rauch aus dem Haus abziehen konnte. Die Zubereitung der Speisen fand in dem Raum zwischen Eingangsbereich und Feuerstelle statt. Hier gab es auch eine Reibemühle, mit der Getreide gemahlen wurde. Da sich die Feuerstellen zum Kochen zentral im Haus befanden, wurden sie auch als Licht- und Wärmequelle genutzt. In den größeren Häusern der Adligen waren die Küchen dagegen in einem separaten Haus untergebracht. In Burganlagen des 9. Jahrhunderts befand sich die Küche oft sogar in der Vorburg. Das hat nicht nur mit der Rauchentwicklung zu tun, sondern auch mit der Feuergefahr, die von den Küchen ausging. Nicht selten wurden halbe Städte durch den Ausbruch eines Küchenfeuers vernichtet. Während des Mittelalters veränderte sich die Gestalt der Küche nur wenig. Es gab keine andere Möglichkeit als mit offenem Feuer zu kochen. Da es in den Küchen keine Fenster gab und die Räume durch die Feuerstellen verrußt und schwarz waren, wurden die Küchen auch als "Schwarzküchen" beziehungsweise "Rauchküchen" bezeichnet. Da in den Häusern der Adligen die Küchen vom Haupthaus entfernt waren, konnten die Feuerstellen nicht mehr als Wärmequellen genutzt werden, so dass erste Formen des Kachelofens entstanden. Vor allem in den Klöstern entstanden nun Großküchen, um die Pilger zu versorgen. Durch die vorhandenen Schriften wurden oft römische Vorbilder für den Bau genutzt. Im Mittelalter rückten die Feuerstellen endgültig von der Mitte des Raumes an die Wand. In dieser Zeit werden auch die ersten gemauerten Ziegelherde gebaut. Auch im Küchengeschirr kam es zu einigen Änderungen. Wurde zuvor Kochgeschirr aus Keramik verwendet, verbreiteten sich im Mittelalter Küchenutensilien aus Eisen, Kupfer und Bronze. Gekocht wurde nun in Dreibeintöpfen oder Kesseln, die an einem Kesselhaken aufgehängt werden, so dass sie bei Bedarf höher oder tiefer gehängt werden können. So könnte beim Zubereiten der Speisen das erste Mal die Temperatur genauer geregelt werden. Doch auch das Garen über dem offenen Feuer von Fleisch blieb erhalten. Eine Erleichterung brachte die Erfindung des mechanischen Drehspießes von Leonardo da Vinci. Richtig durchgesetzt hat er sich jedoch erst in den Häusern der reichen Bürger in der Renaissance. Der Kamin, durch den der Rauch aus den Küchen abzog, wurde auch gleichzeitig als Räucherkammer genutzt, um Wurst und Schinken zu räuchern. Insgesamt entwickelten sich nicht nur die Küchen weiter, auch die Kochkunst verfeinerte sich im Laufe der Zeit.

Ab Mitte des 13. Jahrhunderts, also dem Spätmittelalter, hatten die Kochstellen ihre Heizfunktion vollständig verloren. Zum Heizen hatten sich die Kachelöfen durchgesetzt, die sich in den Wohnstuben befanden. Beheizt wurden sie zumeist von der Küche aus, so dass der Rauch gar nicht mehr in die Wohnräume kam. Die Wohnstube bekam so mehr und mehr die Funktion der guten Stube, die vor allem zu besonderen Anlässen und Repräsentationszwecken genutzt wurde. In den Häusern der Oberschicht kochten Bedienstete das Essen und die Küchen wurden als Arbeitsraum von den Essräumen der Familie getrennt. Da in großen Gebäuden wie Burgen und Schlössern die Wege zwischen der Küche und den Speiseräumen immer länger wurden, kamen erste Speiseaufzüge in Mode, mit denen das Essen direkt aus der Küche in das Esszimmer transportiert wurde.
Bei der einfachen Bevölkerung auf dem Land blieben die Schwarzküchen aus dem Mittelalter hingegen sehr lange erhalten. Sie sind zum Teil bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts auf den Dörfern zu finden. Der Rauch wurde durch einen Kamin in eine Kammer unter dem Dachstuhl geleitet und die Kammer somit als Räucherkammer genutzt. Hier konnte alles geräuchert werden, was sich kalt räuchern lässt. Gleichzeitig wurden durch den Rauch die Dachbalken imprägniert und so vor Schädlingsbefall geschützt. Während sich die Küchen der einfachen Bevölkerung also kaum veränderten, entwickeln sich die Küchen der wohlhabenden Bevölkerung stetig weiter.

Küchen als Reflexion des gestiegenen Lebenswandels

Die Einrichtung der herrschaftlichen Küchen kann zum größten Teil aus Kochbüchern, die seit dem 16. Jahrhundert erhalten sind, rekonstruiert werden. Da die ländliche und einfache Bevölkerung dieser Zeit nicht lesen konnte, wurden diese Bücher für die gutbürgerliche und höfische Küche geschrieben. Zudem sind auch einige bildliche Darstellungen von Küchen erhalten. Auffallend ist die Erweiterung der Utensilien zum Kochen. Es wurden etwa bereits unterschiedliche Spieße zum Braten genutzt. Zudem gibt es in vielen Haushalten einen separaten Bratofen, in dem nicht nur Brote, sondern auch Pasteten und Kuchen gebacken wurden. Ein Waschbecken zum Säubern von Wurzelwerk und Fisch gehört ebenfalls zur Ausstattung einer guten Küche. In gut situierten Haushalten spielten beim Kochen auch immer mehr Gewürze eine Rolle, so dass vielerorts auch Mörser zu finden waren. Da die unterschiedlichen Küchengeräte auch verstaut werden mussten, hielten in dieser Zeit auch Möbel Einzug in die Küche. Regale und Ablageflächen für Teller, Schalen und Kochutensilien wurden in dieser Zeit modern. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts veränderte sich die Feuerstelle. Sie wurde an drei Stellen ummauert. So konnte zum einen das Feuer besser kontrolliert werden, zum anderen konnte so auch das Brennmaterial effektiver genutzt werden. Gelochte Eisenplatten, in die die Töpfe gestellt werden konnten, beziehungsweise Gitter, ersetzten die Hängekessel. Dies machte auch eine neue Form des Kochgeschirrs notwendig. Es entstanden nun Töpfe und Pfannen mit flachem Boden.
Durch die Vielfalt an Gewürzen und die verfeinerten Zubereitungsarten entstand eine Vielzahl neuer und raffinierter Gerichte. Bei Festen wurden der Luxus und das ausschweifende Leben auch seit jeher durch die gereichten Speisen gezeigt. Dies machte eine Spezialisierung im Küchenpersonal notwendig. Besonders in den Großküchen der herrschaftlichen Schlösser, die zum Teil ganze Flügel der Gebäude einnahmen, trat an die Stelle eines Kochs nun eine ganze Küchenmannschaft. Diese wurde von einem Küchenmeister beaufsichtigt. Dies war eine begehrte Stelle am Hof und schnell gab es so etwas wie die ersten Spitzenköche.

Barock und Rokoko - Der geschlossene Feuerherd entsteht

Im 18. Jahrhundert veränderte sich das Küchenwesen noch einmal gewaltig. Der erste Herd mit einer rundum geschlossenen Feuerstelle wurde von einem Mann namens François de Cuvilliés der Ältere erfunden. Auf der oberen Seite war der Kochherd mit einer Eisenplatte abgedeckt. Der Herd wurde Castrolherd genannt, benannt nach dem französischen Wort Casserole, was soviel wie Kochtopf bedeutet. In der Küche der Amalienburg, die sich im Schlosspark der Nymphenburg in München befindet, wurde eines der ersten Exemplare dieses Herds eingebaut. Um die Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert wurde der Herd weiter verfeinert. In die eiserne Abdeckplatte wurden Löcher eingebracht. Wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung hatte Benjamin Thompson, der Graf Rumford. Daher wird dieser Herd auch Rumfordherd genannt, auch unter dem Namen Sparherd bekannt. Da die Hitze besser ausgenutzt werden konnte, wurde mit diesen Herden nicht mehr so viel Brennmaterial benötigt. Das Kochgeschirr der Zeit bestand zum größten Teil aus Gusseisen. Die Wände waren konisch, so dass die Töpfe und Pfannen in die Löcher des Rumfordhers passten. Ziel Rumfords war es, auch ärmeren Schichten der Bevölkerung den Zugang zu einem Herd zu ermöglichen. Zu diesem Zweck entwickelte Graf Rumford auch ein Suppenrezept speziell für die ärmere Bevölkerung.

Gehobene Küchen jener Zeit ersetzten ihr Kochgeschirr aus Gusseisen durch Kupfergeschirr, das verzinnt wurde. Ganz im Gegensatz zu den Bemühungen, preiswerte Möglichkeiten zum Kochen für die Bevölkerung zu schaffen, steht ein neuer Trend der Aristokratie: Diese Adelsschicht richtete sich so genannte Schauküchen ein. Diese waren zwar voll funktionstüchtig, sie wurden jedoch nie genutzt. Der Zweck dieser Küchen bestand einzig und allein darin, die Sammlungen an Porzellan und Fayencen zu zeigen. Ein gutes Beispiel ist die bis heute gut erhalten gebliebene Schauküche der Markgräfin Sibylla Augusta. Sie ließ sich in ihrem Schloss Favorite in der Nähe von Rastatt unter ihren Wohnräumen eine solche Schauküche einrichten. An dieser Küche lässt sich gut erkennen, wie die Küchen bei Aristokraten zu Beginn des 18. Jahrhunderts aussahen. Es wurden jedoch auch Gartenküchen gestaltet, welche nur mit Porzellan und Steingut eingerichtet waren.

Kochmaschinen erobern die Küchen im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war die Küche der Mittelpunkt in einem bürgerlichen Hauswesen. Je nach wirtschaftlicher Lage und Ansehen kochte die Hausherrin selbst oder beaufsichtigte das Personal. Um eine Küche optimal zu nutzen, hielten auch chemische und physische Erkenntnisse Einzug in die Küche. Dies bezog sich vor allem auf die Reinigung und Pflege der unterschiedlichen Haushaltsgegenstände, die im Laufe der Zeit immer komplexer wurden. Es darf nicht vergessen werden, dass zu dieser Zeit noch keine Elektrizität oder fließendes Wasser in den Häusern vorhanden war. Küchen im bürgerlichen Haus mussten eine entsprechende Größe haben, so dass die unterschiedlichsten Tätigkeiten in getrennten Bereichen durchgeführt werden konnten. Zudem mussten ausreichend Fenster vorhanden sein, so dass der Raum gut belichtet und durchlüftet war. Da das Küchenpersonal das Haus nicht betreten sollte, musste der Raum direkt von außen betretbar sein. Lagerräume für Brennmaterial und die Speisekammer waren direkt in der Nähe der Küche. Die Wohnräume sollten jedoch möglichst entfernt liegen, damit die Familie und ihre Gäste durch die Gerüche und Geräusche aus der Küche nicht gestört wurden.

Das Zentrum der Küche war auch hier die Feuerstelle. Diese war fest eingebaut, so dass man sich mit den Gegebenheiten abfinden musste und die Kochstellen nur wenig verändern konnte. Mit den einfachen Feuerstellen von einst hatten diese Kochmaschinen, wie sie auch genannt wurden, nichts mehr gemein. Sie waren technisch ausgereift und besaßen mehrere Kochlöcher, einen Brat- und einen Dörrofen sowie ein Wasserschiff, mit dem sich Wasser erhitzen ließ. All dies ließ sich mit einem Feuer beheizen. Die Kochmaschinen waren jedoch nicht alle gleich gebaut und konnten mit unterschiedlichen Materialien befeuert werden. Dieses hatte auch Auswirkungen auf die Kochzeit, musste man sich doch erst mit der Kochmaschine vertraut machen und die Kochzeiten berechnen, bevor man mit diesem Herd gute Gerichte auf den Tisch zaubern konnte. Verzinntes Kupfergeschirr hatte das Kochgeschirr aus Gusseisen vollständig abgelöst. Der Vorteil dieses Kochgeschirrs liegt darin, dass die Verzinnung erneuert werden kann, sobald es erforderlich ist. Im Laufe der Zeit wurde jedoch die Vergiftungsgefahr durch Zinn und Messinggeschirr erkannt, so dass am Ende des Jahrhunderts Nickel- und Aluminiumgeschirr genutzt wurde. Die Ausstattung in einer bürgerlichen Küche dieser Zeit war ziemlich umfangreich, wie Vorschläge in einem Koch- und Haushaltsbuch aus dem Jahre 1873 zeigen. Zum Anrichten und Servieren der Speisen wurde edles Geschirr aus Porzellan genutzt. Manchmal war auch Geschirr aus Steingut, emailliertem Eisen oder auch Holz in Benutzung. Um Reichtum zu zeigen, kam damals wie heute auch Silbergeschirr auf den Tisch.

Im 19. Jahrhunderts hält die Industrialisierung Einzug in die Küche

Die zunehmende Industrialisierung hatte auch Auswirkungen auf die Ausstattung der Küche. Die Menschen in den immer größer werdenden Städten mussten nicht mehr nur mit Wasser versorgt werden, das Abwasser musste auch wieder kontrolliert abgeleitet werden, damit Krankheiten nicht entstehen oder sich ausbreiten konnten. Mehr und mehr hielten Anschlüsse an fließendes Wasser und die Kanalisation Einzug in die Häuser. Auch die Kochmaschinen wurden immer kompakter, so dass sie auch in kleineren Küchen genutzt werden und damit einer größeren Nutzerschaft zugänglich gemacht werden konnten.

Gas spielte in den Städten ebenfalls eine immer größer werdende Rolle. Schon seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts brannten in Großstädten Straßenlaternen mit Gas. 1925 war zudem bereits in den USA ein Patent für einen Herd, der mit Gas betrieben wurde, eingereicht worden. Jedoch wurde erst zum Ende des Jahrhunderts Gas zum Kochen und Heizen mehr und mehr genutzt. Den Übergang zum 20. Jahrhundert prägte vor allem die Entwicklung der Elektrizität. Schon auf der Weltausstellung in Chicago von 1893 wurde der Öffentlichkeit ein elektrisch betriebener Herd vorgestellt. Es dauerte jedoch noch bis zu den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, bis diese Herde auch in den Küchen vermehrt Einzug halten konnten. Die Industrialisierung brachte noch zahlreiche weitere Maschinen in die Küchen und erleichterte die Arbeit. Daher war auch bei Weitem nicht mehr so viel Personal nötig, um eine Küche zu betreiben. Zentralheizung, Warmwasserboiler, Staubsauger und Schnellkochtöpfe sind nur einige Beispiele hierfür. Der Beruf der Lohnkellner entstand, die zu speziellen Anlässen beschäftigt wurden und aushalfen.

Auch die Küche der ärmeren Bevölkerung war einem Wandel unterworfen. Dieser war vor allem gesellschaftlich bedingt. Lange Zeit war die Küche vor allem für Frauen ein sozialer Raum. Hier wurde zusammen gekocht und geklönt. Die neuen Zeiten machten es jedoch notwendig, dass auch die Frauen einer Arbeit außerhalb des Hauses nachgingen, um die Familien finanziell abzusichern. Dies wirkte sich auch auf die Art des Kochens aus. Speisen mussten nun schnell und einfach zuzubereiten sein. Es gab verschiedene Versuche der Optimierung. In Berlin wurden einige Mehrfamilienhäuser mit Gemeinschaftsküchen errichtet. Dieses Konzept war jedoch nicht sehr erfolgreich und konnte sich nicht durchsetzen. Architekten beschäftigten sich damit, Küchen zu entwerfen, in denen die Arbeitswege verkürzt sind, um so Zeit zu sparen. Dabei wurden die einzelnen Schritte in der Küche analysiert und optimiert. Dann erst wurden die Küchen entworfen. Die Anordnung der Möbel und des Zubehörs in der Küche waren ein wichtiger Überlegungspunkt bei der Gestaltung der Küche. Beispiele für solch optimierte Küchen sind die Bauhaus-Küchenkonzepte oder die Frankfurter Küche, die von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfen und in Frankfurt umgesetzt wurde. Vor allem die Frankfurter Küche wurde in den folgenden Jahren weiterentwickelt. Die traditionellen Wohnküchen verschwanden aus den Städten beinahe vollständig.

Entwicklungen in der Küche nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Krieg hatte auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens große Auswirkungen. Durch die zahlreichen Zerstörungen und den dringenden Bedarf an Wohnraum musste vor allem funktional und preiswert gebaut werden. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Wohnungen. System- und Normküchen, die schnell und einfach in die Wohnungen eingebaut werden konnten, wurden immer häufiger genutzt. Diese setzten sich sowohl in den Wohnanlagen im westlichen Teil Deutschlands, als auch in den Plattenbauten im östlichen Deutschland durch. Hauptsächlich orientierten sich die Architekten an der Funktionalität und Übersichtlichkeit der Bauhaus-Küchen. Die Küchen wurden nach gewissen Maßen und Normen gefertigt. Dadurch konnten Elektrogeräte gebaut werden, die perfekt in die Küchen passten. Die Ära der Einbaugeräte hatte begonnen. Durch die Normierung der Geräte und Möbel wurde es möglich, einzelne Komponenten miteinander zu kombinieren und auch Elektrogeräte von unterschiedlichen Herstellern zu nutzen.

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Resopal, eine Mischung aus Opal und Harz, für die Oberflächen in der Küche verwendet. Durch die Beschichtungen waren die Küchenmöbel wasserabweisend. Zudem wurde die Reinigung der Möbel um ein Vielfaches erleichtert. Zudem waren die Küchen nun in verschiedenen Farben erhältlich. Trotzdem war das Aussehen der Küchen stark vereinheitlicht, so dass die Einbauküchen im Grunde genommen überall gleich waren. Im Laufe der Zeit entstand jedoch auch der gegenläufige Trend. Dies führte dazu, dass heute sowohl das Konzept der Einbauküche als auch das Konzept der individuell gestalteten Küche bei der Einrichtung zur Anwendung kommen. Im Vergleich sind Einbauküchen meistens preiswerter, so dass vor allem junge Menschen diese nutzen. In die klassische moderne Einbauküche gehören neben einem Herd, der durch eine Dunstabzugshaube ergänzt ist, ein Kühlschrank und das Mobiliar. In größeren Einbauküchen sind Kochfeld und Backofen oft getrennt und es findet sich zusätzlich eine Mikrowelle. Da die moderne Küche nicht nur ein Raum ist, der funktionell genutzt wird, sondern sich optimal ins Wohnkonzept einfügen soll, wird die Einbauküche im Laufe der Zeit oft durch eine speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Küche ersetzt, die individuell online oder in einem Küchenstudio für den jeweiligen Raum geplant wird.

Die moderne Küche hat heute verschiedene Anforderungen zu erfüllen. Sie soll nicht mehr nur funktional und bloß ein Ort zur Zubereitung der Nahrung sein. Die Küche hat auch ihre soziale Funktion zurückgewonnen und spielt im Familienleben eine wichtige Rolle. Die Vorliebe liegt wieder auf größeren Küchenräumen, in denen man gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden die Mahlzeiten einnimmt. Auch das Prinzip der Wohnküche, in dem Küche und Wohnzimmer entweder verbunden oder wie im Beispiel der Amerikanischen Küche durch eine Frühstücksbar getrennt sind, findet immer mehr Liebhaber. So ist der Kochende nicht mehr räumlich von den übrigen Familienmitgliedern oder Freunden getrennt. Diese Entwicklungen haben vor allem etwas mit der veränderten Wahrnehmung des Kochens zu tun. War es lange nur ein notwendiges Übel, ist das Kochen inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Genuss beim Essen und Kochen durch die Verwendung frischer Zutaten und feiner Gewürze ist in den Vordergrund gerückt. Dabei wird nicht mehr vorausgesetzt, dass die Hausfrau alles vorbereitet hat, wenn die Gäste kommen. Heute hat das gemeinsame Kochen mit der Familie oder Freunden einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben eingenommen – dies spiegelt sich auch im Design der Küchen wieder.

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